Wissenschaftler untersuchen alte Schächte

Archäloginnen und Archäologen legen einen Ausgrabungsabschnitt frei.
[Foto: LWL-Archeologie für Westfalen / Manuel Zeiler]
(uw) Sprockhövel (idr). Wie sich der Bergbau in seinen Anfängen von einfachen Gruben und Schächten zum komplexen Stollenbau entwickelt hat, untersucht eine Forschungskooperation aus LWL-Archäologie für Westfalen, Deutschem Bergbau-Museum Bochum und GeoPark Ruhrgebiet in Sprockhövel. Die Wissenschaftler legten Ausgrabungsschnitte an den Öffnungen zweier Schächte an und führten Bohrungen in den Haldenkörpern durch. Dabei konnten erstmals die Anfänge des Stollenbaus im Ruhrgebiet vor dem 18. Jahrhundert nachgewiesen werden. Heute (15. Oktober) informierten die Forscher über die Grabungskampagne.
Die Untersuchungen verbinden archäologische Methoden mit naturwissenschaftlichen Analysen. Mit zwei Ausgrabungsschnitten haben die Forscher spannende Erkenntnisse zu einem bislang unbekannten Stollen gewonnen, der mindestens 130 Meter lang ist. Sie zeigen, dass die Bergleute viele Bauschächte anlegten. Unten angekommen trieben sie gleichzeitig mehrere Einzelabschnitte des Stollens voran, die sie dann miteinander verbanden. So lässt sich anhand der Grabungsergebnisse rekonstruieren, dass die Bauschächte neben den Stollen angelegt und wieder verfüllt wurden, nachdem der Stollen fertig war. Der Aufwand zur Errichtung des Stollens war damit hoch und erforderte großen Personaleinsatz.
Bereits 2025 untersuchte das Forschungsteam in einem Wald in Sprockhövel-Haßlinghausen einen der ältesten erhaltenen Stollen im Ruhrgebiet. Nun wurde die Spurensuche in unmittelbarer Nähe fortgesetzt. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen in einen Bergbaulehrpfad einfließen, den der GeoPark Ruhrgebiet derzeit entwickelt. Träger des GeoParks Ruhrgebiet ist seit Mai der Regionalverband Ruhr (RVR).
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