Sonntag, 18. April 2021 - KW 15 

damals

Feinkost vom Bäcker nebenan

"Handwerk hat Goldenen Boden" sagt der Voksmund. Diese Weisheit trifft leider nicht mehr für alle Branchen zu. Das Bäckerhandwerk hat es zumindest nicht geschafft, den Glanz vergangener Zeiten in das neue Jahrtausend herüberzuretten.

Inhabergeführte Meisterbetriebe sind selten geworden. Sie mussten Verkaufsläden großer Ketten weichen, denen sie im Kampf um das billigste Brötchen meist unterlagen.

Das Bäckerhandwerk liegt am Boden. Inhabergeführte Meisterbetriebe konnten sich zumeist nicht halten. Bäckermeister Bernd Armbrust zeigt, dass es mit Kreativität auch anders geht.

Bäckermeister Bernd Armbrust hat es hingegen geschafft. Seine "Bäckerei Blankenhaus" brummt, bei ihm stehen die Kunden Schlange. Mit seinen aussergewöhnlichen Backideen hat er sich einen Namen gemacht. Nach dem Motto "Es gibt nichts, was es nicht auch als Brot geben kann" liegen hier das Nussbrot (aus dem Bratschlauch) neben dem Brot mit Dijon- Senfkruste und dem traditionellen Kasseler. Armbrust selbst steht im Laden, berät Kunden in seiner herzlich freundlichen Art, die man ihm gern glaubt. Man sieht es ihm auf den ersten Blick an: Bernd liebt Brot, und er spricht gern darüber. Und er macht sich Gedanken um die Menschen und ihre Essgewohnheiten: "Genuss ist eine Frage der Geschwindigkeit. Man sagt den Kindern ja nicht ohne Grund, sie sollen langsam kauen" sagt er. Man könnte ihm stundenlang zuhören, wenn er mit einer erstaunlichen Begeisterung von seinem Handwerk schwärmt. Natürlich könne er seine Ware nicht zum Discountpreis feilbieten. "Es geht hier nicht um den Preis, sondern um die Preiswürdigkeit. Gute Rohstoffe haben ihren Preis, doch man muss das abwägen. Spätestens im Verhältnis zum Preis einer Schachten Zigaretten rechnet sich das. Immerhin geht es beim Grundnahrungsmittel Brot um Nachhaltigkeit, um die Zukunft unserer Kinder". Für Bernd Armbrust ist Brot eben nicht einfach nur Brot.

Mit vierzehn war er 1973 in die Lehre gegangen, im väterlichen Betrieb erlernte er das Bäckerhandwerk. Er erinnert sich gern: "Mein Vater war mir ein sehr guter Lehrmeister und Mentor. Er hat mir das Handwerk im ursprünglichen Sinne vermittelt und mir beigebracht, mit allen Sinnen zu backen". Zwei Jahre später legte er die Meisterprüfung ab - und wurde zum jüngsten Bäckermeister der Innung. Er wollte mehr lernen, hatte sich bereits eine Technikerschule in Berlin ausgeguckt, doch dann kam alles anders: er wurde Vater. "Mein Lebensweg wäre wohl ein anderer gewesen, doch so blieb ich in Wattenscheid im väterlichen Betrieb" sagt er rückblickend. Nun machte er sich daran, neue Wege zu gehen, um den Betrieb zukunftssicher aufzustellen. Er setzte auf Qualität, nach seinem Motto "Was wirklich gut ist, setzt sich durch" - und der Erfolg gab ihm Recht. Begeistert von den vielfältigen Möglichkeiten seines Berufes, begann er zu experimentieren: "Wir Bäcker sind ein weltweites Handwerk. Auf dem Globus gibt es unzählige Variationen, wie Brot gebacken werden kann. Und das alles aus einem gemeinsamen Grundstoff: Mehl". So schaute sich der Wattenscheider Bäcker in der Welt um. Er wälzte internationale Kochbücher, brachte neue Ideen aus dem Urlaub mit. Zitronengrasbrot mit Ingwerchips, Beerenbrot im Glas, knuspriges Apfelbrot - eine Vielzahl neuer Rezepte entstand. Seine Kunden konnten sich dafür begeistern, wollten immer neue Kreationen. Armbrust wurde zum Geheimtipp unter Brotliebhabern. Schließlich kam er auf einer Party mit Dirk Glaser, Geschäftsführer einer Kieler Filmproduktionsfirma ins Gespräch. Die Idee zu "Bernd und Brot", der ersten Backshow Deutschlands, wurde geboren. Die erste Sendung wurde 2007 in der Küche der Firma Miele produziert. Dabei hat er überhaupt keine Hemmungen, Rezepte herauszugeben: "Ich freue mich, wenn ich die Leute dafür begeistern kann, selbst zu backen. Ich verliere keinen Kunden, wenn ich Rezepte rausgebe, im Gegenteil. Die Leute werden neugierig und setzen sich mit unserem Handwerk auseinander".

Seine Rezepte sind die Geheimtipps in zahlreichen Internetforen. Armbrust ist zufrieden: "Hier kann ich zeigen, was im Handwerk alles möglich ist, kann den Menschen ein Gefühl für Qualität geben". Und er zeigt, was Handwerk ausmacht: Dieser Mann steht hinter seinem Brot.



(Bild: Bäckermeister Bernd Armbrust. Foto: Ulli Weber)

damals

Die Erzbahntrasse

Als auf dem Gelände des heutigen Westparks in Bochum neben der Jahrhunderthalle noch Hochöfen in Betrieb waren, brauchte man zur Eisengewinnung zwei Hauptbestandteile: Kohle und Eisenerz. Kohle hatte man genug an Ort und Stelle, das Eisenerz wurde über den Rhein- Herne- Kanal angeliefert. Für die Strecke vom Kanalhafen zu den Hochöfen hatte man zwischen 1901 und 1930 eigens eine eigene neun Kilometer lange Eisenbahnstrecke gebaut: Die Erzbahntrasse. Die Ära der Hochöfen an der Alleestraße endete in den sechziger Jahren. Heute ist von den Hochöfen nichts mehr zu sehen, die Strecke wurde zwischen 2002 und 2008 zu einem Radweg umgebaut.
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damals

Levi Spiero und der Alte Markt

An der ersten Wattenscheider Kreuzung überhaupt, an der ursprünglich die vier Himmelsrichtungen als Nord-, Süd- Ost- und Weststraße zusammentrafen, lässt sich einmal mehr die Entwicklung Wattenscheids ablesen. Um 1900 herum war dies eine normale Innenstadtkreuzung mit entsprechender Bedeutung für den Verkehr. Autos gab es kaum, die Menschen reisten mit der Straßenbahn. Aus der Wattenscheider City fuhren Bahnen nach Höntrop, Westenfeld, Leithe, Herne, Bochum und Gelsenkirchen. Diese fuhren alle durch die Innenstadt; die Marienstraße oder die Berliner Straße gab es noch lange nicht.
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damals

Eine Schneise durch die Stadt

Bis in die 60er Jahre trafen sich die Verkehrsströme aus Gelsenkirchen, Bochum und dem Wattenscheider Süden in der Innenstadt, der heutigen Fussgängerzone. Die Bahnhofstraße endete an der Westenfelder Straße und der August- Bebel- Platz wat nicht mehr als ein kleiner Platz, nicht einmal halb so groß wie heute. An der Stelle der Polizeiwache im ehemaligen REAL- Verwaltungsgebäude befand sich ein Friedhof.


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damals

Das Hallenbad am Bußmanns Weg

Die Eröffnung des Hallenbades am Bussmannsweg war das herausragende Ereignis im Jahre 1964. Von der Eröffnung am 15. Juli bis zum Jahresende zählte man 122000 Besucher. Mit einem Mehrzweckbecken 12,5x25 Meter und einem Lehrschwimmbecken 8x12,5 Meter war das Hallenbad zu seiner Zeit sehr modern. Sicher wird so mancher Leser wehmütig an die ersten Schwimmversuche in der lichtdurchfluteten Halle oder an die Angst vor dem Sprung vom Dreimeterturm vor den rieseigen blauen Mosaiken an den Wänden zurückdenken.
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BOGESTRA fördert 8 nachhaltige Projekte in der Region

Als der Mobilitätsdienstleister in der Region übernimmt die BOGESTRA als wichtiger Bestandteil der Gesellschaft gerne auch in Sachen Nachhaltigkeit Verantwortung, sei es im Bereich alternative Antriebstechniken, Wasch-Wasseraufbereitung oder Abfallreduzierung. Zum 125-jährigen Jubiläum nun unterstützt die BOGESTRA über das eigene Engagement hinaus 8 nachhaltige Projekte von Bürger*innen im Betriebsgebiet.

Die BOGESTRA möchte 2021 das Thema Nachhaltigkeit weiter fördern und sucht 8 Projektinitiatoren aus dem Betriebsgebiet, die zur Umsetzung ihrer Ideen rund um Energie, Wind, Wasser, Umweltschutz oder ähnliches noch finanzielle Unterstützung brauchen.

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markt

Stadtwerke Bochum geben Überblick über Stromausfälle

Eine Übersichtskarte aller ungeplanten Stromunterbrechungen steht ab sofort auf der Homepage der Netzgesellschaft der Stadtwerke Bochum unter www.stwbo-netz.de/stoerungen bereit. „Durch die Einbindung des Portals www.störungsauskunft.de auf unserer Website bieten wir bei einem Stromausfall allen Bochumerinnen und Bochumern die Möglichkeit, Versorgungsunterbrechungen schnell und unkompliziert zu melden“, erklärt Holger Rost, Geschäftsführer der Stadtwerke Bochum Netz GmbH.

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markt

Zusätzliche Sammelstelle für Grünschnitt an der Grünstraße

Ab Dienstag, 30. März, öffnet die USB Bochum GmbH erstmalig eine weitere zusätzliche Sammelstelle für Grünschnitt in Bochum. Die Sammelstelle befindet sich auf dem Gelände des ehemaligen Fuhrparks neben der Feuerwache 1, Grünstraße 29 in Wattenscheid und wird für die Dauer von sechs Wochen geöffnet sein.
Eine Terminabsprache unter der USB-Servicenummer 0800 3336288 ist notwendig.

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Feuer & Flamme: Neue Staffel zeigt Feuerwehralltag während Corona-Pandemie

"Feuer & Flamme" startet am 3. Mai in die vierte Staffel, online first sind die neuen Folgen in der ARD-Mediathek zu sehen. Dabei zeigt die WDR-Dokutainment-Reihe auch, wie die Einschränkungen durch das Corona-Virus die Arbeit der Feuerwehrfrauen und -männer der Bochumer Wachen bestimmt.

Ein normaler Wachalltag ist während der Corona-Pandemie in seiner ursprünglichen Form nicht mehr umsetzbar, das gesellige Miteinander findet nicht statt, "Homeoffice" wie in anderen Berufsgruppen ist nicht möglich. Für die Feuerwehrleute bleibt die harte Arbeit für Menschen, die in Not geraten, bestehen und geht temporeich weiter.
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3,5 Millionen Fördergelder fließen nach Wattenscheid

Fördermittel in Höhe von etwa 3,5 Millionen Euro fließen nach Wattenscheid und unterstützen das Stadterneuerungsprojekt „Gesundes Wattenscheid“. Die Gelder stammen aus dem Stadterneuerungsprogramm NRW 2021 (STEP) des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung (MHKBG) des Landes Nordrhein-Westfalen. Die höchste Fördersumme mit knapp 2,5 Millionen Euro ist dabei für das Haus für Musik, Kunst und Kultur vorgesehen. Es soll in den Räumen der alten Musikschule Wattenscheid entstehen.
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Corona: Bettlägerige über 80-Jährige und Pflegebedürftige (Stufe 4 und 5) können durch hausärztliche Praxen zu Hause geimpft werden

Das Land NRW hat mit einem am Samstag kurzfristig aufgestellten Erlass die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte damit betraut, Bürgerinnen und Bürger zu Hause zu impfen: Impfberechtigt sind hierbei Personen, die die Pflegestufe 4 und 5 haben, sowie bettlägerige Menschen, die über 80 Jahre alt sind. Es können jeweils bis zu zwei Kontaktpersonen im Rahmen der aufsuchenden Impfung durch die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte mitgeimpft werden. Die Stadt Bochum hat hierzu unmittelbar reagiert und die Abstimmung mit der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) aufgenommen, um ein kurzfristiges, pragmatisches Verfahren zwischen Ärzteschaft und Impfzentrum zu vereinbaren.
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